Sprüche

Der Mensch rechnet sich nicht.

Beim Geld hört die Feindschaft auf.

Nur die Beschränktheit scheint schier schrankenlos.

Der Spezialist steht im Stoff, aber nicht darüber.

Was heute unter Tabu steht, sind vor allem die Tabus.

Das Tabu sagt „Nein“ zur Begierde, aber im Nachhall schwingt ein listig lockendes „Ja“ mit.

Wirklich schön ist allein eine Macht – die charismatische.

Eigenwille ist, anders zu wollen, als man will.

Wer heutzutage viele Fragen aufwirft, will nicht unbedingt Antwort bekommen.

War Marx  Marxist?

Immer schöner muten die Fassaden in meinem Berlin an – mit Häusern meint es der Kapitalismus besser als mit  Menschen.

Es gibt immer ein wahres Leben im falschen, sagte die starke Lebenskraft.

Ausgelacht zu werden, ist das machtvollste Werturteil, das man über uns fällen kann.

Achtung lobhudelt nicht.

Das Übliche ist nur allzu oft das Üble.

Eine Identität habe ich nur für die Polizei, für meine Freunde  habe ich  Individualität.

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Selbstmordattentäter

Die Erfindung des systematisch und weltweit einsetzbaren Selbstmordattentäters stellt eine historische Kreation dar. Sie unterläuft die Logik des Krieges. Sie variiert diese Logik nicht bloß, sie unterwandert sie, hebelt sie aus. Die Logik des Krieges läßt sich kurz und knapp wie folgt beschreiben. Jeder Kombattant trachtet danach, so viel Feinde wie möglich zu töten und selbst am Leben zu bleiben. Dem Gegner das Leben nehmen und selber überleben. Deshalb ja auch die ganze Entwicklung des Sichunsichtbarmachens, von der einfachen Deckung bis zu den Tarnkappenbombern; oder die Entwicklung der Panzerung, vom Brustpanzer der Berittenen bis zu den modernen Panzermaschinen. Das Ziel ist immer, so viel als möglich Feinde töten zu können, ohne das eigene Leben lassen zu müssen. Im Krieg siegen kann man nur über einen Gegner, der überleben will. Genau diese Logik unterläuft der sogenannte Selbstmordattentäter. Er will zwar auch möglichst viele Feinde töten, aber er will dabei nicht selber übrigbleiben. Er vernichtet das Leben anderer, gerade indem er das eigne nicht nur aufs Spiel setzt, sondern vorsätzlich aufgibt.

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